Öffentliche
Gestaltungsberatung

Immer Mittwochs von 18:00 - 19:00 Uhr

Hein-Köllisch Platz 11
20539 Hamburg

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Impressum

Das Rauhe Haus ist eine Einrichtung für Sozialstudiengänge in Hamburg. 
Die Studierenden der Hochschule wünschen sich einen Ort der Gemeinschaft, zum zusammenkommen, erholen und essen. Derzeit gibt es keinen Pausenraum.
Die Architektur des Hauses sieht für solche Zwecke allenfalls eine Vertiefung im Außenbereich vor. Die Studierenden nennen diese Vertiefung Aquarium. Neben dem Eingang der Hochschule grenzt eine Mauer das 4m tiefe Loch ab, welches (nicht barrierefrei) über eine Treppe zu erreichen ist. Das Aquarium wird von zwei weiteren hohen Mauern eingegrenzt. Die vierte Wand, welche diesen Raum definiert, ist Teil der Außenfassade der Hochschule. In den sich dahinter befindenden Kellerräumen ist ein Archiv der Bibliothek angesiedelt. Das Archiv benötigt kein Tageslicht, daher sind die Rollläden in der Regel hinunter gelassen. Für die Studierenden ist dies der einzige Aufenthaltsbereich, leider ohne Dach. Die Studierenden fordern einen Raum, in dem sie sich in Pausenzeiten aufhalten könne, ggf. kochen können. Bisher verirrten sich nur selten ein paar einsame Fische ins Aquarium. Dann wird eine Zigarette geraucht. Was bleibt sind keine fesselnden Gespräche oder Erinnerungen an diesen Ort – höchstens ein paar Zigarettenstummel. 
 
Auch die Hochschulleitung wünscht eine Umgestaltung dieses Nicht-Orts. hierfür wurden Architekt*innen beauftragt, einen Entwurf für die Umgestaltung zu erstellen. Keiner der Studierenden durfte sich an den Plänen für die Umgestaltung einbringen oder die erstellten Pläne einsehen. Spekulationen und geheime Quellen der Studierenden berichten von einer „Verschönerung ohne Mehrwert“. Die angeforderten Pläne wurden Mangels Finanzierbarkeit nicht umgesetzt. 
 
Zum alljährigen Hochschulgrillen planten wir nun eine ähnliche Aktion. Die Studierenden wollten eine auf Partizipation gestützte Umgestaltung. Hierfür wurden alle Studierenden zu einem Grillfest eingeladen. Nur ein Mal im Jahr wird das Aquarium für diese Tradition genutzt. Das Grillfest wurde auf den angrenzenden Parkplatz umverlagert. Das Aquarium selbst wurde mit einer Poolplane zugedeckt. Dies versinnbildlichte zum Einen das Verschleiern der Pläne um diesen Ort, aber auch eine gewünschte Überdachung wurde zwecks Plane schon Einmal getestet. Nur ein kleine Arbeitsgruppe war in diese Aktion eingeweiht. Alle anderen Studierenden sollten mit den, im Innenraum des Aquariums gebotenen Wünschen und Anregungen zur Umgestaltung, in Form einer Audioinstallation, überrascht werden. Die Studierenden waren eingeladen, diese Ideen zu erweitern. Das Aquarium ist, ähnlich wie ein Club, über eine Kellertreppe zu erreichen. Engagierte Statist*innen erprobten sich als Türsteher*innen zum ‚Club‘, die Grillfestgäste formten eine Warteschlange (nur 5 Leute erhielten zur selben Zeit den Einlass). Alle Menschen, die diesen neu geschaffenen Innen- oder Außenraum betreten wollten erhielten einen Stempel mit der Aufschrift „Ich gestalte hier mit!“
Projekt

Rauhes Haus
Problem

Kein Aufenthaltsbereich für Studierende

Auftraggeber

Studierende am Rauhen Haus

Ort

Hamburg

Bearbeiter

Kayoung, Skadi, Tina

Bearbeitungszeitraum

2 Wochen
Budget

100 Euro

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