Öffentliche
Gestaltungsberatung

Immer Mittwochs von 18:00 - 19:00 Uhr

Hein-Köllisch Platz 11
20539 Hamburg

info@gestaltungsberatung.org

Impressum

Alltagsprobleme in der Wohnung, die schon immer mal angegangen werden wollten? Eine Idee, was im Viertel dringend angepackt werden sollte? Praktische Schwierigkeiten eine tolle Projektidee umzusetzen? Oder einfach nur Lust auf räumliche Veränderungen? Wer sich nicht leisten kann, professionelle Gestalter zu beauftragen, dem wird mit der Öffentlichen Gestaltungsberatung kostenlose Unterstützung in Planungs- und Gestaltungsfragen angeboten. Dabei werden, in einem kooperativen Entwurfsprozess Probleme untersucht, Lösungsstrategien entwickelt und Projekte umgesetzt.

 

Wir sind Student_innen für Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Unsere Arbeitshypothese geht davon aus, dass Gestalter auch für die Bearbeitung von Alltagsthemen sinnvolle Beiträge leisten können, dass die Auseinandersetzung mit wirklichen Problemen zum Designstudium gehört, das Design sich mit den drängenden Fragen der Gegenwart befassen sollte, und das am besten gemeinsam mit den davon Betroffenen. Mit Personen aus der Nachbarschaft oder darüber hinaus, gelangen auch andere Bedürfnisse, Ideen, Wissen und Orte in den Gestaltungsprozess. Was neue Herausforderungen mit sich bringt und eine alternative Vorgehensweise, Kompetenzen und Selbstverständnis erfordert und ermöglicht. Beim Entwerfen, Strukturieren und Umgestalten von Möbeln, Zimmern,Wohnungen, Läden, Kneipen, Büros, Schulen, Plätzen, Gärten oder Stadtteilen bietet die Öffentliche Gestaltungsberatung eine Alternative zum einsamen und riskanten, aber auch erschöpfenden Selbermachen. Dafür bieten wir gemeinsam mit der GWA St. Pauli eine wöchentliche Sprechstunde an. Kommt Vorbei!

 

Öffentliche Gestaltungberatung
Mittwochs 18 – 19 Uhr
Hein-Köllisch-Platz 11, 20359 Hamburg
info@gestaltungsberatung.org

 

Studio Experimentelles Design
Hochschule für Bildende Künste Hamburg
Lerchenfeld 2, 22081 Hamburg
www.design.hfbk-hamburg.de

 

GWA St. Pauli e.V.
Gemeinwesen-, Kultur- und Sozialarbeit, Hein-Köllisch-Platz 11 & 12, 20359 Hamburg

www.gwa-stpauli.de

 

Soziale Stadt

www.staedtebaufoerderung.info

 

Elbkulturfonds

www.elbkulturfonds.hamburg

 

Clausen-Simon-Stiftung

www.claussen-simon-stiftung.de

 

Die Öffentliche Gestaltungsberatung wird durch die Clausen-Simon-Stiftung im Rahmen des Wettbewerbs Unsere Hochschulen 2017 unterstützt und gefördert.

 

Pressetext zur Neueröffnung Juni 2018

Download Presseinfo


Wer wird beraten? Alle, die ihre Umgebung – im privaten oder öffentlichen Raum – umgestalten möchten und sich sonst vielleicht nicht leisten könnten, Gestalter für ihre Belange zu beauftragen, können vorbeikommen.

Wer berät? Designstudierende der Hochschule für bildende Kunst Hamburg sowie Studierende und auch hoffentlich zunehmend Profis aus den Feldern Architektur, Stadtplanung, Design und Kunst.

Wo und wann findet
die Beratung statt?
Die Räume der Öffentlichen Gestaltungsberatung befinden sich in der GWA St. Pauli am Hein-Köllisch-Platz 11 in Hamburg St. Pauli. Dort sind wir jeden Mittwoch von 18 – 19 Uhr. Sobald die Zusammenarbeit begonnen hat, können auch individuelle Zeiten verabredet werden.

Womit kann man zur
Gestaltungsberatung kommen?
Eigentlich mit fast allem. Ein Thema, das euch beschäftigt, ein Problem, das euch stört oder interessiert, eine Idee, an der ihr gerne weiterarbeiten wollt. Neben den klassischen Themen Möblierung oder Raumgestaltung sind auch organisatorische und soziale Fragen gestalterische Themen. Wie organisiere ich ein Essen, wo können wir uns treffen, geht das billiger oder schneller? Wenn es Fotos, Pläne, Skizzen oder anderes Material gibt, bringt diese gerne mit. Hauptsächlich aber solltet ihr Zeit zum Zusammenarbeiten, Offenheit und Lust auf gemeinsame Gestaltung haben.

Wie läuft das ab? Ihr erzählt uns ausführlich, um was es geht. Wir hören gut zu, schauen alles an, denken zusammen nach, schlagen was vor und entwickeln dann gemeinsam mit euch ein Projekt.

Wie werden die Ergebnisse
umgesetzt?
Wir planen und entwerfen und verstehen uns nicht als Baufirma oder Handwerksbetrieb. Je nach Projekt arbeiten wir natürlich gerne auch mal mit. Aber wie beim gemeinsamen Problemlösen ist Mittun und Selbermachen das Thema. Unnötig zu erwähnen, dass wir immer kostengünstig und praktisch an Themen herangehen. Manche Probleme lassen sich auch ganz ohne Materialeinsatz lösen.

Was kostet das? Nichts. Die Beratung und das gemeinsame Entwickeln von Lösungen wird ehrenamtlich und kostenlos angeboten.

Wie kann ich die ÖGB
noch erreichen?
Unter info@gestaltungsberatung.org können jederzeit Anfragen gestellt werden.

Wie ist die Öffentliche
Gestaltungsberatung entstanden?
Die Gestaltungsberatung wurde 2011 von Studierenden im Studio Experimentelles Design der HFBK Hamburg bei Professor Jesko Fezer gemeinsam mit dem Träger für Gemeinwesenarbeit GWA St. Pauli gegründet. Die Stadtteilarbeit suchte nach neuen Wegen der Vor-Ort-Kooperation mit Anwohner/innen, und die Designer/innen wollten sich außerhalb fiktiver Problemstellungen des Hochschulkontextes mit gesellschaftlichen Wirklichkeiten auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen. Natürlich wollen wir dabei auch ausprobieren, was Design heute wirklich sein könnte, und die Welt verbessern.

Was ist Experimentelles
Design?
Probleme werden nicht auf vordefinierte Design-Lösungen hin passgerecht ausgelegt. Experimentelles Design denkt frei von disziplinären Beschränkungen über entwerferische Strategien nach – auch ob solche überhaupt in Betracht kommen.

Ist das das Social Design, von dem gerade so oft gesprochen wird? Schwer zu sagen. Es gibt kein konkret definiertes gesellschaftsrelevantes Problem, an dessen Lösung wir arbeiten, wie beispielsweise eine bessere Wasserversorgung oder Notunterkünfte. Andererseits natürlich schon, da die Themen, die bearbeitet werden, von Betroffenen kommen – und was gibt es sozialeres als genau damit zu arbeiten. Auch der angestrebte Prozess des gemeinsamen Entwerfens und Umsetzens ist ein gesellschaftlicher Anspruch. Also: Ja!

Ist die öffentliche Gestaltungsberatung nicht Teil der Gentrifizierung? Hoffentlich nicht, denn wir finden Gentrifizierung doof. Der Anspruch der öffentlichen Gestaltungsberatung ist, in diese städtischen Aufwertungs- und Verdrängungsprozesse kritisch zu intervenieren. Die Gestaltungsberatung möchte Hilfestellung für praktisches, selbsttätiges Handeln leisten und über eine Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung die Entwicklung kollektiver Ansprüche und alternativer Vorstellungen des Städtischen anregen. Design kann mehr sein als ein Differenzierungsmerkmal im Städtewettbewerb, als ein Mittel individueller Statusbestimmung, als ein Bestandteil der Kennzeichnungsstrategien aufgewerteter Stadtteile, als ein Werkzeug zur Artikulation spezifischer Lebensmilieus. Die Öffentliche Gestaltungsberatung möchte die Werkzeuge und das Wissen des Designs anbieten, um in einem kooperativen Prozess Probleme zu entwickeln und Lösungsstrategien zu untersuchen – im besten Falle auch gegen Aufwertung und Verdrängung.


1

Alle Themen und Probleme können zum Gegenstand von Design-Prozessen werden.

All issues or problems can become objects of design processes.

2

Wir arbeiten mit Leuten, die sich kein professionelles Design leisten können.

We work with people who cannot afford professional design.

3

Die Öffentliche Gestaltungsberatung ist kostenlos.

Public Design Support is provided free of charge.

4

Lösungen werden nicht für, sondern mit den Auftraggeber/innen entwickelt.

Solutions are developed with clients, not for them.

5

Die Öffentliche Gestaltungsberatung macht so wenig Design wie möglich.

Public Design Support does as little design as possible.

6

Am Anfang erforschen wir das Problem. Lösungen oder Nicht-Lösungen kommen später.

Our first action is to investigate the problem. Solutions or non-solutions come later.

7

Hinter offensichtlichen Problemen liegen oft verborgene.

The obvious problems often conceal hidden problems.

8

Individuelle Hilfe heißt auch den strukturellen Kontext zu beachten.

Individual support also means to consider the structural context.

 


 

 

Jesko Fezer & Studio
Experimentelles Design

 

Öffentliche Gestaltungsberatung
— Public Design Support
2011–2016

 

Mit Beiträgen von Julia Albani, Sherry R. Arnstein, Baltic Raw, Max Borka, Friedrich von Borries, Lucius Burckhardt, Amelie Deuflhard, Boğachan Dundaralp, Jesko Fezer, Martina Fineder, Jens-Uwe Fischer, Tina Fritsche, Thomas Geisler, Sophie Goltz, Naomi Henning, Ulrike Jordan, Steffen Jörg, Janne Kempe, Silvia Knüppel, Van Bo Le-Mentzel, Werner Möller, Victor Papanek, Jörg Petruschat, Planbude, Katja Reichard, Tim Rieniets, Tina Röthig, Martin Schmitz, Dirk Schneider, Jan Steyaert, Sabine Stövesand, Pelin Tan, Sebastian Topp, Tim Voss. Gestaltet von Nils Reinke-Dieker, Larissa Starke, Friederike Wolf.

 

Januar 2016
Deutsch/Englisch
21 x 14,8 cm
400 Seiten, ca. 200 Abb.
Softcover
19,00 €

 

ISBN 978-3-95679-183-3
Sternberg Press